Bürgergericht "Advocatus diaboli"                                                                       zurück


In einem periodisch stattfindenden "Theater der Demokratie" trägt ein Advocatus diaboli (*1) Argumente gegen die Nomenklatura (*2) der Parteien, aber auch gegen die Zivilgesellschaft vor.

Das werden Lesungen, Rollen- oder Personenspiele sein, Literaturwettbewerbe etc.

Das WebTV Schwaz übertragt das Bürgergericht.

Ein anderes Denken der Demokratie durch das Bürgergericht soll eine von mehreren Folgen sein: Nicht die Parteien bieten Programme an und bei Wahlen wird darüber abgestimmt, sondern die Zivilgesellschaft gibt vor, was sie will und für richtig hält und bei Wahlen zeigt sich, wer diesbezüglich Vertrauen und Macht bekommt.
Im neuen Jahrtausend gilt zwingend der Umkehrschluss des "Reversiblen Regierens": (*3) Die Zivilgesellschaft ist die neune Regierende und die Regierten sind die alten Regierenden. Die alten Regierenden erfüllen den Auftrag der Zivilgesellschaft. Macht wird ihnen nur übertragen, um Vorgegebenes umzusetzen. Die Macht als Instrument des neunen Regierens geht von der Zivilgesellschaft, vom Volk aus. Ganz wie es dem Ideal der Demokratie und nicht ihrer Verfremdung entspricht.


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*1 Der lateinische Ausdruck advocatus diaboli (‚Anwalt des Teufels‘) bezeichnete in der römisch-katholischen Kirche die Person, die im Verfahren der Selig- bzw. Heiligsprechung Argumente gegen die besprochene Persönlichkeit zu sammeln und vorzutragen hat.

Im weiteren Sinn wird im Bereich der Rhetorik jemand als „advocatus diaboli“ bezeichnet, der mit seinen Argumenten die Position der Gegenseite vertritt, ohne ihr selbst anzugehören. Umgangssprachlich wird damit auch eine Person bezeichnet, die alles hinterfragt und grundsätzlich die Gegenposition einnimmt. Hier klagt aber der Advocatus diaboli im alten katholischen Sinne wider der Nomenklatura der Parteien und der Zivilgesellschaft.

*2 Die Begriffe „Nomenklatura“ (als Gesamtheit der Funktionäre) bzw. „Nomenklaturkader“ entstammen dem SED-Sprachgebrauch für Führungskräfte aller Art. Die Bezeichnung lässt darauf schließen, dass Führungs- und Einflusspositionen nur mit Personen besetzt wurden, die in der entsprechenden Nomenklatur als linientreu und parteiergeben gelistet waren.

Derartige Privilegiertengruppen sind keine Erfindung des Kommunismus, gediehen in vielen Gesellschaftsformen und immer mehr in traditionellen politischen Parteien besonders gut. Hier spricht man vom Biotop einer Nomemklatura.

*3 In Anlehnung "Globales Regieren" von Mark Arenhövel "Neubeschreibung der Demokratie in der Weltgesellschaft", Campus Verlag


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